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diumenge, 1 d’abril de 2012

DIE LEIDEN DES AXEL CÄSAR SPRINGER




(Steidl Verlag, Göttingen, 1981)

Indirekte Rede. “Prominente sagten dass...”

.- Springer sagte, der Abfall von Gott sei die Hauptursache dessen, was heute die Welt quält.

.- Heinrich Böll erwiderte, wenn er dann auf Seite 174 Springer selbst lese, der im Zusammenhang mit seinen unbestreitbaren Wohltaten für Israel sagt, was für ein Sagen es doch sei, dass er über Jahre hinweg manches tun könne, das sein Herz, das heisst, der Herrgott ihm befahl. Wiesse er (Böll) dann jetzt, wo Gott wohnt ? In Herrn Springers Herz ? Müsse er (Böll) sich dorthin wenden, wenn er (Böll) tumbes Brüderlein wieder einmal nicht mehr wiesse wohin ? Im Waldenschen Vorwort lese er, (Böll) die Gläubigkeit Axel Springers und sein Wesensmerkmal, an fremden Leid nicht vorüberzugehen, seien wohl die entscheidenden Kraftquellen seines Lebens. Dürfe er da wohl fragen, an wieviel Leid die Bildzeitung vorübergeht, und wieviel sie schafft ?

Und sei der Abfall von Gott etwa gleichbedeutend mit dem Abfall von Springer?

.-Springer sagte, man brauche ihn wirklich nicht darauf aufmerksam zu machen, dass letzten Endes alles durch Hitlers Gewaltakte und seinen wahnwitzigen Eroberungskrieg entstanden sei. Aber man könne nicht Hitlers Gewaltpolitik verdammen und die Gewaltpolitik der Sowjets heute segnen. Man könne nicht die braune Unfreiheit hassen und bekämpfen, die rote aber herbeireden und lieben oder verharmlosen . Unrechtsystem bleibe Unrechtsystem , gleichgültig unter welchen Farben.

.-Böll erwiderte, nun wäre es vielleicht möglich , dass der Springerkonzern in der ehemals von Deutschen besetzten Ländern Osteuropas eine geheime Umfrage startete mit der Frage, hätten sie lieber die deutsche Besatzung wieder oder lieber die jetzigen Um- und Zustände?