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divendres, 2 de novembre de 2012

GEORG TRAKL

                                                    Silberne Wasser...

Georg Trakl (1) wurde am 3. Februar 1887 als Sohn des Eisenhändlers Tobias Trackl und dessen Frau Maria Catharina Trackl geboren. Als fünftes von sieben Kindern verbrachte er seine Jugend im österreischischen Salzburg und wurde dabei von Haushälterin Marie Boring aufgezogen. Durch die französische Gouvernante kommt Georg Trackl erstmals mit französischer Literatur in Kontakt, die sein Gesamtwerk durch diverse Einflüsse von Arthur Rimbaud und Charles Baudelaire noch prägen sollte. Eine Sonderstellung unter den Geschwistern nimmt seine Schwester Margarethe (kürz: Grethe) ein, mit der er in einer inzestuösen Beziehung stand.

Zwischen 1897 und 1905 besuchte er das Stadtgymnasium in Salzburg, das er aufgrund mangelnder Leistung ohne Abschluss verliess, um daraufhin eine dreijährige Ausbildung zum Apotheker su beginnen. Während seiner Lehre gelangte er problemlos an Rauschmittel, mit denen er schon während seiner erfolglosen Schulzeit experimentierte.

Als 1813 mit Der jüngste Tag der erste Gedichtband erschien, erreichte der Dichter Georg Trakl seine kreativste sowie (zu Lebzeiten) populärste Periode. Psychisch war sein Zustand, bedingt durch den Drogenkonsum, die unbeständige Beziehung zu seiner Schwester Grethe, sowie die in Geldnot begründete Existenzangst, schon seit seiner Kindheit aüsserst instabil.

Im August 1914 meldete er sich als Freiwilliger Sanitäter für den Ersten Weltkrieg und wurde daraufhin an die Ostfront nach Galizien versetzt.

Infolgedessen erlitt er einen Nervenzusammenbruch, der ihn selbst zum Kriegsopfer machte. Im Krakauer Militärlazarett schrieb Trackl mit Grodek sein wohl populärstes Gedicht, bevor er am 3. November 1914 infolge einer Überdosis Kokain starb.



SOMMER

Abend in Lans (bei Insbruck, Tirol. ) 1. Fassung.

Sommer unter kalkgetünchten Bogen,

Vergilbtes Korn, ein Vogel der ein und aus fliegt

Abend und die dunklen Gerüche des Grüns.

Roter Mensch, aufdämmerndem Weg, wohin?

Über einsamen Hügel, vorbei am knöchernen Haus

Über die Stufen des Walds tanzt das silberne Herz.



Abend in Lans (2. Fassung)



Wanderschaft durch dämmernden Sommer

An Bündeln vergilbten Korns vorbei. Unter getünchten Bogen,

Wo die Schwalbe ein und aus flog, tranken wir feurigen Wein.



Schön: o Schwermut und purpurnes Lachen.

Abend und die dunklen Düfte des Gruns

Kühlen mit Schauern die glühende Stirne uns.



Silberne Wasser rinnen über die Stufen des Walds,

Die Nacht und sprachlos ein vergessenes Leben.

Freund; die belaubten Stege ins Dorf.









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Kommentar über die Form

In beiden Fassungen erscheinen manche wiederholte Wörter und Begriffe (vielleicht um mehr die Fassungen zu koordinieren):

a) Kalkgetünchten Bogen und getünchten Bogen.

b) Vergilbtes Korn und vergilbten Korns.

c) Ein Vogel der ein und aus fliegt und die Schwalbe ein und aus flog.

d) Die dunklen Gerüche des Grüns und die dunklen Düfte des Grüns.

e) Über die Stufen des Walds und über die Stufen des Walds.

f) Silberne Herz und Silberne Wasser.



Über den Untergrund

Als der Dichter sagt: tranken wir feurigen Wein, können wir schon hier eine von dieser Substanzen finden, die man nimmt um angenehme Gefühle zu haben, und die süchtig machen können...

Der Art und Weise, wie Trakl die Natur sieht, ruft mir ins Gedächtnis eine Untersuchung über Charles Baudelaire (2):

Die Arbeit der grössten Dichter hat immer darin gelegen, nicht die Natur zu kopieren, sondern sich gegen sie zu erheben, an sie zu zerstören und an sie wieder aufzubauen nach seinem eigenen Kanon...

Und nicht zu vergessen am Ende: Trakl erinnert mir an einem anderen Dichter, der auch sich als Freiwilliger für den Ersten Weltkrieg meldete. Ich meine Ludwig Wittgenstein. Und ich frage: warum meldeten sich beide Dichter als Freiwilliger für jenen Weltkrieg? (Und unsere Lehrer (Professor Roth) antwortet: Gute Frage! (Trakl war allerdings Freiwilliger als Sanitäter, nicht als Soldat...)

Quelle: 1) http://www.georgtrakl.de/georg-trakl-biographie.html 21-10-12.

2) “Les Fleurs du mal”, Baudelaire. Étude critique il.lustrée par Rayomnd Decesse, Bordas, Paris 1976.