dimecres, 29 de desembre de 2010

Carta al director de DIE ZEIT

Herr Giovanni di Lorenzo.
Chefredakteur.
"Die Zeit".


Sehr geehrter Herr di Lorenzo,

ich habe einen Artikel über "Die Zeit" in "El País" vom 31-10-10 gelesen und ich fand zwei Ihrer Aussagen sehr interessant. Sie sagten:

"...Meine Lebenserfahrung lehrt mich, dass ich nicht an Ideologien glauben darf, weil sie immer in Gewalt, totalitäre Phantasien und Kriege gegen die Wahrheit ausgeartet sind..."

Und:

"Ich bin ein Feind von allen politischen Ideologien, unter denen ich sehr gelitten habe..."

Aber ich bin fast sicher, Sie haben Ihre eigene Ideologie. "Die Zeit" achtet sehr auf Aktualität und sie vergisst auch nicht die Geschichte. Zum Beispiel: In der 43. Ausgabe vom 21-10-10, Seite 10, und unter dem Titel "Wut", finden wir ein Bild mit Kommentar, wo man die Wunde eines jungen Franzosen sehen kann; die Polizei hat ihn festgenommen; das war in Lyon, Oktober 2010.

Auf der anderen Seite 11 können wir "Mut" lesen und einen jungen verletzten Anwalt sehen; seine Freunde begleiten ihn; seine Freunde beschützen ihn; das war in Paris, 1961.

Auf beiden Bildern gibt es Blut. Die Umstände sind ernst und ich, als Leser, brauche mehr Antworten, aber "Die Zeit" stellt uns nur Fragen: Was will der junge Franzose gewinnen? Und der Anwalt Jacques Vergés weiss, was er gewinnen will... aber was ist das? Warum dieser Vergleich? Ich meine, dass die Leser bereiter wären, Antworten zu finden, wenn Sie uns erklären würden,warum und unter welchen politischen Ideologien Sie sehr gelitten haben... was ist Ihre Wahrheit?

Francesc Arnau i Arias (Deutschkurs Stufe 5, Escola d'Idiomes Moderns, Universitat de Barcelona).------------